
03.05.23 –
Buchlesung und Diskussion über die Art, wie wir essen und anders satt werden können mit Friederike Schmitz und ihrem aktuellen Buch „Anders satt – Wie der Ausstieg aus der Tierindustrie gelingt.“ Am 12. Mai um 17 Uhr in Senftenberg, Bahnhofstraße 29. Um Anmeldung wird aus Platzgründen gebeten: Tel 03573 – 87 69 650 oder kgf@osl-gruende.de
Schmeckt‘s? Wohl bekomm‘s! Kann es noch etwas mehr sein?
Essen verbinden Menschen mit positiven Gefühlen. Mit Düften und Deftigem, mit zusammen sein und sich wohlig satt fühlen. Viel ihrer Lebenszeit dreht sich ums Essen: auswählen, einkaufen, zubereiten, servieren. Es ist so selbstverständlich, die Eier und Milch aus dem Regal zu nehmen und sich das Fleisch abwiegen zu lassen.
Die Buchautorin Friederike Schmitz schaut hinter die Regale und rollt die Verpackung zur Seite. Was geschieht, bevor wir unsere Lieblingsgerichte aus tierischen Rohstoffen zubereiten? Woher kommen die Zutaten und wer hat dafür was gegeben?
Manchmal braucht der Mensch Fakten, um etwas zu verstehen und manchmal Erschütterungen, die ihn wachrütteln. Beides steckt in dem umfassend recherchierten und schonungslos beschriebenen Buch der Philosophin. Sie nimmt den Zuhörer und die Leserin mit, Kapitel zu Kapitel, auf die Reise vom lebenden Geschöpf bis zur Wurst auf dem Brot. In den allermeisten Fällen kommen die tierischen Lebensmittel aus der TierINDUSTRIE. Dort sind Tiere nicht mehr Geschöpfe mit Gefühlen, sondern nur noch Stückzahlen entlang einer Fließbandproduktion. Wie konnte es so weit kommen?
Aber der Abend soll den Anwesenden nicht den Appetit verderben. Sondern die Lesung soll Wissen über die gängige Praxis der Tierproduktion vermitteln und wie jede*r Teil einer Veränderung sein kann. Auch wenn die Autorin schreibt, kleine Veränderungen reichen nicht, sondern die Politik muss die komplette Herstellungsweise unserer Lebensmittel auf den Prüfstand stellen. So ist die Richtung klar: Weg von der Masse, hin zur Klasse.
Ein beliebtes Argument gegen solche Veränderungen lautet: Wenn wir nicht auf Masse setzen, können wir die vielen Menschen nicht ernähren. Es ist verrückt, denn genau andersherum stimmt es, wie die Autorin eindrücklich schildert. Die Praxis der Tierhaltung, -tötung und -verarbeitung zieht Folgewirkungen nach sich, die der Gesundheit schaden, die Böden verunreinigen und Tiere leiden lassen. All diese Faktoren unterlegt Friederike Schmitz mit vielen Beispielen und lädt die Anwesenden ein, darüber nachzudenken, wie es besser gehen kann. Wie es heute schon anders geht, zeigt sie anhand von Beispielen von Menschen, die eine neue Landwirtschaft einleiten - für mehr Tierwohl, Klimaschutz, Menschenwohl und Bodenschutz.
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